ÜBER MICH

Gestern wurde ich gefragt, wie ich meine Musik beschreiben würde. Als Antwort habe ich meine Kopfhörer gereicht.

Doch es ist eigentlich gar nicht so einfach. Lieber fange ich von vorne an und versuche, mich und meine Musik zu beschreiben.

Recordings im letzten Dorf der Welt
Recordings im letzten Dorf der Welt

Seit meinem sechsten Lebensjahr mache ich bereits Musik und habe schon als Kind davon geträumt, Musiker zu sein und Menschen zu begeistern. Nach sechs Jahren Schlagzeugunterricht habe ich mich immer öfter ans Klavier gesetzt, aus dem mein älterer Bruder immer wieder Melodien gezaubert hat, die die Vögel im Garten nachzwitscherten. Das wollte ich auch können. Unsere Hausmusik wurde schließlich immer regelmäßiger.  Gemeinsam mit meinem Vater haben wir Rock’n’Roll und Blues gespielt. Klar, dass man dann als Kind denkt, die englische Sprache und die Musik, die man mag, gehören zusammen. So habe ich angefangen, meine ersten Lieder zu schreiben – auf Englisch.

Mit einer englischen Eigenkomposition („all I have“) habe ich es bei einem Talentwettbewerb mit 17 Jahren auf den ersten Platz geschafft. Ein kleiner Traum ging in Erfüllung und ich wusste, dass das mein Leben sein wird.

Ich konnte mir nicht vorstellen, auf Deutsch zu singen, aber mit einem Mal habe ich es getan – und Gefallen daran gefunden. Die textlichen Möglichkeiten der Muttersprache sind einfach größer. Man kann Worte und Silben bis ins Detail ausquetschen, verdrehen und verwenden. Und seitdem tu ich’s.

Ich bin mit dem Piano aufgewachsen. Deshalb liegt es mir, Balladen zu schreiben. Da ich aber ein lebensfroher und experimentierfreudiger Mensch bin, wird es niemals allein bei Balladen bleiben. Es ist einzigartig, wenn Menschen einem beim Singen einer Ballade an den Lippen kleben und Deine Texte besser auswendig können als Du selbst. Gleichzeitig ist es einfach auch ein tolles Gefühl, wenn die Zuhörer ausrasten, springen, singen und tanzen.

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Kilger & Band beim Heimspiel „Hallo Vieh“ in 2016

In der professionellen Musiklandschaft durfte ich mit den Söhnen Mannheims meine ersten größeren Erfahrungen machen und habe anschließend mit Sängerinnen wie Nina Hagen und Jennifer Paige musiziert, bevor es mit diesem Anschub an meine Solokarriere ging.

Die ersten zwölf eigenen Songs sollten Land gewinnen. Ich weiß noch, wie ich nach einem langen Studiotag vor unserem Lautsprecher lag, mit den Fingern auf dem Bauch trommelte und zu Tobi, meinem Coproducer sagte: „Wir haben´s geschafft. Der Song ist es“: LEICHT

So war auch der Titel des Debutalbums schnell klar. Es folgten Charts und große Plattenfirmen, eine lange musikalische Reise sollte beginnen.

Ein Highlight war mit Sicherheit eine der letzten Joe Cocker Touren, bei der wir als Support mit von der Partie waren.

Martin Kilger & Band mit Joe Cocker in 2008
Mit Joe Cocker auf Tournee in 2007

Im Herbst 2009 veröffentlichten wir, produziert von Franz Plasa und teilweise aufgenommen in den legendären Berliner Hansa Studios, mein zweites Album „Wofür ich steh“. Mit der Single „Unendlich frei“ gelang ein weiterer Achtungserfolg im Funk und auf dem Track „Weinen“ gibt es eine soulheilige Gesangsallianz mit Xavier Naidoo.

Fast auf den Tag genau ein Jahr später erschien mit „Nackt“ der nächste Longplayer. Eine ganz persönliche Sicht auf die Widrigkeiten des Lebens verarbeiteten wir -ausgeraubt bis auf die Haut – auf diesem, mit viel Soul und HipHop angereichertem Album, wurde doch im Vorfeld der Produktion mein geliebter VW-Bulli aufgebrochen und sämtliches Equipment und Hab und Gut entwendet.

Martins Bulli
Mein Bulli

Zuletzt kam „Leon“ (nach dem Song „Leben oder nicht“) auf den Markt. Das Album erschien am 25.01.2013. Ich zog bereits vor einigen Jahren zum Musizieren vom heimischen Süddeutschland aus in die raue Hansestadt Hamburg. Mit Sandi Strmljan (u.a. Lindenberg, Chris Norman) als Produzent hielt dann auch gleich eine frische Brise Einzug in die Songs.

Mit Sandi spielte ich die zwölf Titel für „Leon“ ein. Größten Wert legte ich auf die sowohl eingängigen als auch sensiblen Texte, aber auch auf eine Vielfalt an Stilrichtungen, die allesamt ein Teil meiner musikalischen Vergangenheit sind. Alles in allem entstand ein stilistischer Weg, der gerne Parallelen und Vergleiche mit anderen deutschsprachigen Künstlern nach sich zieht. Dabei versuche ich nur ich selbst zu sein.

LEON
Mein 4. Album: LEON

Jetzt habe ich mich wieder mit Tobi Hartmann, dem Partner und Produzenten des Debütalbums „Leicht“, zusammengetan und mich mit neuer Hingabe an mein fünftes Album „neue Heimat“ gemacht. Die alte Handschrift ist wiedergewonnen – angereichert durch alles, was in den letzten Jahren passiert ist. So zum Beispiel auch mein Umzug aus der nördlichsten in die südlichste Region Deutschlands: Das Allgäu. Dort habe ich mich nach meinem letzten Album „Leon“ in diversen Richtungen ausprobiert und wollte aber dennoch meinem Stil treu bleiben. Eine Gratwanderung. Im Zuge der Zeit habe ich aus der Notwendigkeit und Liebe heraus Bass und Gitarre spielen gelernt – auch das hört man der neuen Scheibe an. Als Co-Writer empfehlen sich Sebastian Hämer auf „Danke“, sowie Peter Trevisan von Emma6 bei „Hollywood“, „Wie weit“, „Denk nicht mehr an morgen“, „Das letzte Dorf der Welt“ und „Neun Minuten“.

Wo immer wir jetzt auch anlegen, es bleibt mit Sicherheit nicht das Ende meiner musikalischen Reise.

Videodreh "Tag & Nacht"
Videodreh „Tag & Nacht“

Sänger & Schauspieler